Tarifwechsel führt zu Gesundheitsprüfung

Während die Krankenversicherer mit einer Gesundheitsprüfung gerne „drohen“, wenn man als betroffener PKV-Kunde nach einem Tarifwechsel fragt, behaupten die Tarifoptimierer gerne, dass eine Überprüfung der Gesundheitsverhältnisse unnötig sei.

In Wahrheit kommt es regelmäßig im Zuge eines Tarifwechsels zu einer Gesundheitsprüfung und genau genommen ist das eine einmalige Gelegenheit, um die Kenntnisse des Versicherers über den eigenen Gesundheitszustand an die Realität anzupassen.

Krankenversicherer erhalten keinerlei Befundberichte, sondern stützen ihre Erkenntnisse ausschließlich auf die eingereichten Rechnungen von Ärzten, Zahnärzten, Kliniken und anderen Heilbehandlern. Ob sich die jeweils abgerechneten Diagnosen bei einer Untersuchung bestätigt haben oder ob es sich lediglich um einen Verdacht handelt, geht aus der Abrechnung nicht hervor.

Einmal gestellte Diagnosen sind auf der nächsten Rechnung wieder zu finden, daher entsteht für den Versicherer der Eindruck, als handle es sich um eine gesicherte Erkenntnis.

Durch die Gesundheitsprüfung haben Sie als betroffener PKV-Kunde die Chance zu erfahren, was ihr Versicherer über Ihren Gesundheitszustand zu wissen glaubt und können ihn an die Realität anpassen. Nicht zutreffende Diagnosen lassen sich durch ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt klären und mit einer entsprechenden Bescheinigung beim Versicherer berichtigen.

Das gilt sowohl für Risikozuschläge, die aufgrund des Tarifwechsels vereinbart werden sollen, als auch für Zuschläge, die bereits bestehen. Sollte sich herausstellen, dass die dort genannten Erkrankungen nicht mehr bestehen, also ausgeheilt sind, dann ergibt sich aus dem Versicherungsvertragsgesetz einen Rechtsanspruch auf die Herabsetzung des Beitrags.